07.11.2015
»Disziplinierte Demokratie«
Myanmars Militärs lassen wählen und inszenieren sich als Gralshüter der nationalen Einheit
Von Rainer Werning
Wenn am Sonntag in Myanmar, dem früheren Birma, die ersten landesweiten freien Wahlen seit 25 Jahren stattfinden, haben dessen Streitkräfte (Tatmadaw) allen Grund zum Feiern. Dann nämlich wird ein Prozess abgeschlossen sein, den sie selbst vor zwölf Jahren eingeleitet haben. Ab 2003 verfolgte die Militärjunta unter dem damaligen Ministerpräsidenten Khin Nyunt einen »Sieben-Punkte-Plan«, durch den das Land bis 2015 demokratisiert werden sollte. Doch die wesentlichen ...
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