10.10.2015
Luka und die Kollektivromane
Porträt der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch als gebranntes Kind der Sowjetunion
Von Reinhard Lauterbach
Eines kann man Swetlana Alexijewitsch kaum vorwerfen: postmoderne Beliebigkeit. Ihre Themen sind harter Stoff. Ihr Erstlingswerk »Der Krieg hat kein weibliches Gesicht« (1985 auf Russisch, 1987 auf Deutsch) zeichnet Erfahrungen weiblicher Frontsoldaten im Großen Vaterländischen Krieg nach. In »Zinkjungen« (1990, 1992) dokumentiert sie die Trauer um in Afghanistan gefallene junge Männer in ihren Metallsärgen. »Das Gebet von Tschernobyl« (1997) skizziert die Schicksal...
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