09.05.2014
»Die Ukraine ist tot«
Nach dem Angriff auf das Gewerkschaftshaus in Odessa: Hunderte besuchen den Ort des Pogroms vom 2. Mai. Viele sagen: mit denen in Kiew geht nichts mehr
Von Reinhard Lauterbach, Odessa
Morgens um kurz nach sieben sind auf dem weitläufigen Platz vor dem Odessaer Gewerkschaftshaus schon einige Dutzend Menschen versammelt. Sie stehen stumm vor den verkohlten Balken der massiven Eingangstüren, schauen in das verwüstete Vestibül, legen Blumen nieder, entzünden Kerzen. Ein Besucher vom Vortag hat einen Sinn für bittere Ironie bewiesen: Auf seinem Blumenstrauß schmilzt eine Tafel Schokolade der Firma Roshen, die dem Präsidentschaftskandidaten Petro Poros...
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