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Schweizer Banken mit weiteren Listen

Zuordnung von Konten zu Holocaust-Opfern und NS-Verbrechern

Von AP/jW

Mit der Veröffentlichung von zwei weiteren Namenslisten über sogenannte nachrichtenlose Vermögen haben Schweizer Banken am Mittwoch die Aufarbeitung ihrer Rolle während der NS-Zeit fortgesetzt. Unter den am Montag publizierten 14 000 Namen befinden sich knapp 3 700 Konten von ausländischen Kunden sowie mehr als 10 000 Konten von Schweizer Kunden, auf denen zusammen etwa 18 Millionen Franken (knapp 22 Millionen Mark) liegen.

Die vorläufig letzte Publikation von Namenslisten nachrichtenloser Vermögenswerte der Schweizer Banken ist achtmal länger als das erste, am 23. Juli veröffentlichte Verzeichnis. Insgesamt haben die Schweizer Banken bei ihrer Suche nach Vermögen, die vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges angelegt wurden und seither ohne Nachricht geblieben sind, in den vergangenen drei Jahren Guthaben von 79,22 Millionen Franken (95 Millionen Mark) entdeckt. Holocaust-Opfern ist bislang nur ein kleiner Teil dieser Guthaben zugeordnet worden. Daß die Liste der im zweiten Anlauf veröffentlichten Schweizer Konten eine große Zahl von Treuhändern umfaßt, die Konten für Opfer der Nazi- Verfolgung in der Schweiz eröffnet hatten, wird von der Bankiervereinigung als unwahrscheinlich betrachtet. Noch im Gang sind die Überprüfungenmöglicher NS-Vermögen auf den Listen.

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Nach teilweise scharfer Kritik an der ersten Liste schlug die Schweizerische Bankiervereinigung bei der Publikation der weiteren Listen neue Wege ein. Die von den einzelnen Banken angemeldeten Positionen wurden mehrfach überprüft, und aus Rücksicht auf den Datenschutz wurde auf die zugangsfreie Publikation im Internet verzichtet. Unter der Internetadresse (http://www.dormantaccounts.ch) kann aber mit einem bestimmten Mechanismus nach einzelnen Namen gesucht werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.10.1997, Seite 0, Ausland

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