Zum Inhalt der Seite

Polizei räumt Gegner der Stadtautobahn

Berlin. Am Montag hat die Berliner Polizei ein Gelände im Berliner Bezirk Neukölln geräumt. Auf dem Areal befand sich ein Baumhaus, mit dem Umweltschützer seit Januar 2013 gegen den Weiterbau der Berliner Stadtautobahn A100 protestierten. Für das Projekt sollen zahlreiche Wohnhäuser und Grünflächen in der Innenstadt verschwinden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und forderte die rund 100 Unterstützer am Mittag zunächst auf, das Gelände zu verlassen. Das Gebiet war großflächig abgesperrt worden und wurde mit Flutlicht ausgeleuchtet. Ein Hubwagen und Kletterer der Polizei kamen mit Sägen zum Einsatz. Stückweise wurde der Baum abgetragen, ein Aktivist verharrte bis zum Abend in den Ästen. Die Pappel sei Zeichen des Widerstands gegen rückwärtsgewandte, autofixierte Verkehrspolitik, die an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeht, teilten die Umweltaktivisten mit. Ein Teilstück der Autobahn soll 475 Millionen Euro kosten. Das seien rund 150000 Euro pro Meter.

»Der Protest ist mit der Räumung lange nicht vorbei, sondern wird an anderer Stelle weitergehen«, sagte Ute Bertrand, Sprecherin von Robin Wood, am Montag gegenüber junge Welt. Das Großprojekt A100 werde noch viele Jahre ein hochbrisantes Thema in der Stadt bleiben.


(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 04.02.2014, Seite 2, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!