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NSU: Weiteres Opfer unter Verdacht

Berlin. In Nürnberg ist womöglich ein weiteres Opfer der Terrorgruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) selbst verdächtigt worden. Unter Berufung auf Akten der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth über den Sprengstoffanschlag im Jahr 1999 berichtete der ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt am Donnerstag abend, die Ermittler seien wohl davon ausgegangen, daß dem damals 18jährigen Türken versehentlich der eigene Sprengsatz in den Händen explodiert sei. Das könne man zwischen den Zeilen lesen. Das Opfer hatte seinerzeit als Putzkraft in einer Kneipe bei der Arbeit eine Taschenlampe gefunden, die beim Anschalten explodierte. Der junge Mann überlebte den Anschlag mit Verletzungen am ganzen Körper. Die Ermittlungsakte wurde nach sechs Monaten geschlossen. Im Frühjahr 2013 stellte der Angeklagte Carsten S. im Münchner NSU-Verfahren eine Verbindung des NSU zu dem Fall her, als er über Andeutungen der mutmaßlichen Haupttäter aussagte. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2013, Seite 5, Inland

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