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Aus den Händen

Der bekannteste Zeichentrickregisseur der Welt, Hayao Miyazaki, wird nichts Abendfüllendes mehr drehen. »Was lange Filme angeht, ist mein Zeitalter endgültig vorbei«, sagte Miyazaki am Freitag in Tokio vor 600 Journalisten und bestätigte damit eine Mitteilung, die sein Büro bei den Filmfestspielen in Venedig gemacht hatte, wo Miyazakis neuester Film »Kaze Tachinu« läuft. Der Regisseur von »Prinzessin Mononoke« und »Chihiros Reise ins Zauberland« begründete den Rückzug mit seinem fortgeschrittenen Alter von 72 Jahren. Sein letzter großer Film, »Kaze Tachinu«, erzählt vom Entwickler der Mitsubishi Zero – Japans gefürchtetem Jagdflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg. Miyazaki ist für den Film in seiner Heimat von Ultrarechten als »antijapanisch« und »Verräter« beschimpft worden. Mit »Kaze Tachinu« wollte er das »außergewöhnliche Genie« von Jiro Horikoshi, dem Entwickler der Zero, herausarbeiten, auch gegen Neofaschisten, die die Zero zur »Kompensierung ihrer Minderwertigkeitskomplexe mißbrauchen«, wie er kürzlich in einem Interview erklärte. Er wolle Horikoshi aus den Händen dieser Leute reißen. In einem Essay zu »Kaze Tachinu« sprach sich Miyazaki in der Zeitschrift seines Ghibli-Studios energisch gegen die von Ministerpräsident Shinzo Abe angestrebte Revision der pazifistischen Verfassung aus. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.09.2013, Seite 13, Feuilleton

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