01.08.2013
Fiktive Dunkelmänner
Zeugenaussagen sind oft unpräzise. Doch Vernehmungen zum NSU-Mord an einem Münchner Händler lassen Verdacht auf manipulierte Protokolle aufkommen
Von Sebastian Carlens, München
Das menschliche Gedächtnis ist eine rätselhafte Sache: Die Erinnerung an zeitliche Abläufe, auch an optische oder akustische Eindrücke ändert sich, je länger ein Ereignis zurückliegt. Die Wahrnehmung ist, gerade in Streßsituationen, höchst subjektiv – vor Gericht ist das bekannt, Zeugenaussagen gelten deshalb als schwacher Beweis. Vor dem Münchner Oberlandesgericht (OLG), das die Taten des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) verhandelt, sagten am Mitt...
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