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Karstadt ruft »­Tarifpause« aus

Düsseldorf. Der Warenhausriese Karstadt will sich künftige Lohnerhöhungen sparen. Der 2010 nur knapp dem Aus entgangene Konzern kehrt der Tarifbindung den Rücken, um in der laufenden Tarifrunde ausgehandelte Lohnerhöhungen für seine noch rund 20000 Beschäftigten nicht mittragen zu müssen. Die Gewerkschaft ver.di sprach von einem Skandal. Auch der Handelsverband HDE bedauerte die Entscheidung. Karstadt lege eine »Tarifpause« bis 2015 ein, teilte der Konzern am Montag abend in Düsseldorf mit. Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz hatte zuvor rund 350 Betriebsräte über die Pläne informiert. Der Ausstieg sei für die »vollständige Gesundung« des Unternehmens nötig, erklärte Weitz. Stefanie Nutzenberger vom ver.di-Bundesvorstand kritisierte auch den Konzerneigner: Die Belegschaft habe seit 2004 »mehr als 650 Millionen Euro in ihr Unternehmen investiert, der Milliardär Nicolas Berggruen dagegen so gut wie nichts«, sagte Nutzenberger.

(Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.05.2013, Seite 4, Inland

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