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Massaker an mexikanischen Studenten vor Aufklärung?

Opposition will Öffnung von Regierungsarchiven durchsetzen

Von IPS/jW

In Mexiko will die parlamentarische Opposition mit ihrer Mehrheit im Parlament die Öffnung von Regierungsarchiven durchsetzen, um die Aufklärung eines Studenten-Massakers voranzutreiben. Angehörige des Militärs hatten am 2. Oktober 1968 nach Augenzeugenberichten wild in eine Demonstration von Hochschülern in der Hauptstadt geschossen. Rund 300 Menschen seien dabei getötet und mehrere Hundert verletzt worden, hieß es.

Die Streitkräfte bezifferten die Zahl der Opfer hingegen auf 26. Der damalige Staatschef Gustavo Diaz Ordaz stellte den Angriff des Heeres als Gegenwehr dar. Mehrere Soldaten seien zuvor von linken »Provokateuren« getötet worden. Die Opposition im Parlament wolle nun ein Gesetz zur Freigabe der seit mehr als 25 Jahren geheimgehaltenen Regierungsakten durchbringen, kündigte Pablo Gomez von der Partei der Demokratischen Revolution PRD vergangene Woche an. Auf die Benennung von Verantwortlichen für das Massaker solle allerdings verzichtet werden.

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Die bis zu den Wahlen im Juli dieses Jahres von der seit 70 Jahren regierenden Partei der Institutionellen Revolution PRI dominierte Abgeordnetenkammer hat bisher eine Öffnung der Archive strikt abgelehnt.

Unter Druck ist die PRI aber auch durch jüngst veröffentlichtes Archivmaterial des US- Militärgeheimdienstes und neue Historikerstudien geraten. Die von Mexiko-Stadt vertretene Version des Massakers wird darin widerlegt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.10.1997, Seite 0, Ausland

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