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Tschechien: Presse kritisiert Kinkel

PRAG. Mit scharfer Kritik haben tschechische Zeitungen auf die Äußerung von Bundesaußenminister Klaus Kinkel reagiert, eine individuelle Entschädigung für tschechische Opfer des Nationalsozialismus sei ausgeschlossen. Als »miserabel« bewertete die regierungsnahe Zeitung Dnes am Samstag das Ergebnis von Kinkels Besuch in Prag am Vortag. Unter dem Titel »Kinkels Schande in Prag« schrieb die Zeitung, die Äußerungen des BRD-Außenministers seien eine weitere »bittere Enttäuschung« für die 10 000 überlebenden tschechischen Nazi-Opfer. Das mit der im Januar unterzeichneten deutsch-tschechischen Aussöhnungserklärung begonnene Werk sei offenbar bereits auf dem Abstellgleis gelandet. Die linke Pravo schrieb, ehemalige SS-Männer erfreuten sich üppiger deutscher Renten, während die tschechischen Opfer bisher leer ausgegangen seien.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.10.1997, Seite 0, Ausland

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