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Unternehmen zocken Betriebsrentner ab

Wiesbaden. Gut acht Millionen Ruheständler in Deutschland beziehen eine Betriebsrente. Der Großteil von ihnen erhält allerdings zu wenig Geld, oft seit vielen Jahren schon, wie Karlheinz Große, geschäftsführender Vorstand des Bundesverbands der Betriebsrentner (BVB), in Wiesbaden gegenüber der Nachrichtenagentur dapd sagte.

Die Praxis widerspricht dem Betriebsrentengesetz. Danach haben die Pensionäre Anspruch auf einen regelmäßigen Inflationsausgleich. Ist die Überweisung von der früheren Firma seit 2009 unverändert, müßte sie laut Statistischem Bundesamt dieses Jahr um etwa fünf Prozent steigen. Doch freiwillig und unaufgefordert zahlen nur die wenigsten Firmen mehr.

Laut Gesetz müssen Unternehmen alle drei Jahren prüfen, ob die Betriebsrenten von Alt-Kollegen erhöht werden müssen, damit ihr Wert nicht von steigenden Lebenshaltungskosten aufgezehrt wird. Gut zwei Drittel der privaten Unternehmen gingen jedoch auf Tauchstation, um Zusatzausgaben zu vermeiden, so Große. Selbst renommierte Weltfirmen nutzten die Ahnungslosigkeit der Ruheständler.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.04.2012, Seite 4, Inland

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