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Zuwenig Asyle für Obdachlose

Bielefeld. Viele Obdachlose müssen den Winter nach Einschätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) auf der Straße verbringen. »Die Zahl der Notunterkünfte in Deutschland reicht nach unseren Informationen nicht aus«, sagte der BAGW-Geschäftsführer Thomas Specht der Nachrichtenagentur dapd. Die Gesamtzahl der Wohnungslosen habe in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen. Von 2008 bis 2010 habe der Dachverband sozialer Dienste und Einrichtungen für solche Menschen einen Anstieg der Wohnungslosenzahlen um rund zehn Prozent verzeichnet, erklärte Specht. Insgesamt seien derzeit rund 250000 Menschen ohne Heim. 106000 Haushalte sind nach Schätzungen der BAGW zudem von Wohnungslosigkeit bedroht.

Als Grund für die wachsende Menge Obdachloser nannte Specht vor allem die massiven Mietpreissteigerungen in vielen Regionen, »sowohl bei den Kaltmieten als auch bei den Nebenkosten«. Zudem öffne sich die Schere weit zwischen Angebot und Nachfrage, sie werde von der Politik nicht geschlossen. Die schwarz-gelbe Regierung habe dem sozialen Wohnungsbau den »Todesstoß« versetzt, sagte Specht.


(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 02.01.2012, Seite 4, Inland

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