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Wieder rassistische Sammelanhörung

Berlin. Ab dem heutigen Montag findet eine Sammelanhörung einer »Delegation« aus Sierra Leone in der Ausländerbehörde Berlin statt. Dabei sollen Flüchtlinge aus mehreren Bundesländern vorgeführt werden und im Falle einer Ablehnung Reisedokumente erhalten. Kritiker bemängeln, daß die Art und Weise der Dokumentenbeschaffung mit einem transparenten Verfahren nichts gemein habe. Gerichte kritisieren neben der zweifelhaften Autorisierung der Mitglieder solcher Delegationen auch, daß die Feststellung der Staatsangehörigkeit »allein aufgrund von Sprache und Kopfform« erfolgt sei und gewähren vorläufigen Rechtsschutz.(jW)

* Der Berliner Flüchtlingsrat ruft zu einer Kundgebung gegen die Sammelanhörung am Montag auf. Sie beginnt um 10 Uhr vor der Ausländerbehörde (Friedrich-Krause-Ufer 24, S-BahnWesthafen, U-Bahn Amrumer Straße

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.10.2011, Seite 4, Inland

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