Zum Inhalt der Seite

Professor will Zwangsschlichtung

Düsseldorf. Der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (»Wirtschaftsweise«), der Mannheimer Volkswirtschaftsprofessor Wolfgang Franz (Foto), hat eine drastische Einschränkung des Streikrechts vorgeschlagen. »Ich halte einen Passus im Tarifvertragsgesetz für sinnvoll, daß es vor einem Streik stets ein Schlichtungsverfahren geben muß«, sagte Franz der Wirtschaftswoche laut Vorabmeldung vom Wochenende. »Das Bundesarbeitsgericht hat durch eine Reihe befremdlicher Urteile die Hemmschwelle für Arbeitskämpfe gesenkt« erklärte Franz. »Zum Beispiel sind auch Sympathiestreiks für Streikende in anderen Branchen erlaubt; da wird der Unternehmer quasi in Geiselhaft genommen.« Franz verwies auf die in den USA bestehende Möglichkeit, daß der Präsident Streiks, die »die gesamte Volkswirtschaft stark beeinträchtigen«, unterbrechen kann. (jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2011, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!