22.05.2010
Freiwilliger Zwang
Bundesregierung und Wohlfahrtsverbände feiern Ausdehnung des Zivildienstes. Kritiker erwarten »Schaffung eines Billiglohnsektors« und Nötigung zu Längerverpflichtung
Von Ralf Wurzbacher
Die Zeiten, als die Wehrpflichtarmee die alte BRD vor den
bösen Russen schützen sollte, sind lange vorbei. Heute
dient die Beibehaltung des Zwangsdienstes an der Waffe vor allem
dazu, den Zivildienst vorm Untergang zu bewahren.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sprach nach
dem Beschluß des Bundeskabinetts zur Reform der Wehrpflicht
am Dienstag ganz freimütig von der »Rettung des
Zivildienstes«.
Den sahen vor allem die großen Wohlfahrtsverbände
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