05.11.2009
Hitlers Ärzte
Entrechten, verfolgen, in den Tod treiben: Endlich wird daran erinnert, wie die Berliner Kassenärztliche Vereinigung mit ihren jüdischen Kollegen in der Nazizeit umging
Von Sigurd Schulze
Seit April 1933 entzog der Nazistaat systematisch jüdischen
wie auch linken Ärzten die Kassenzulassung. 1938 wurde
jüdischen Ärzten die Approbation entzogen. Ihre
berufliche und wirtschaftliche Existenz wurde untergraben, viele
wurden ins Exil getrieben, die Zurückgebliebenen ab 1941
deportiert und ermordet. Das war nicht allein das Werk des
Naziregimes, sondern auch der Standesorganisationen wie der
Kassenärztlichen Vereinigung und der Mehrzahl der
Kassenärzte. Pro...
Artikel-Länge: 4235 Zeichen


