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Kürzerer Zivildienst alarmiert Verbände

Berlin. Die geplante Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate gefährdet nach Ansicht von Wohlfahrtsverbänden die Zukunft des dann ebenfalls nur noch ein halbes Jahr dauernden Zivildienstes. Bei sechs Monaten seien die Organisationen nicht mehr in der Lage, »Zivildienstleistende noch vernünftig einzusetzen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, dem Kölner Stadt-Anzeiger (Dienstagausgabe). Im Rettungsdienst dauere allein die Ausbildung drei Monate. Auch in der Pflege, in Kindergärten oder der Arbeit mit Behinderten könne es den Menschen nicht zugemutet werden, »alle halbe Jahre die Bezugspersonen zu wechseln«.

Ähnlich äußerte sich der Bundesgeschäftsführer des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes Volkssolidarität, Bernd Niederland, der bei Umsetzung der Pläne Alternativen zum Zivildienst forderte. Kritik kam auch vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Gelassen reagierte die Diakonie. Deren Zivildienstexperte Wolfgang Buff sagte am Dienstag, der Dienst sei nicht erfunden worden, um soziale Leistungen sicherzustellen. Wer Regelleistungen darauf aufbaue, handele unverantwortlich. Buff appellierte an die Regierung, das beim Zivildienst eingesparte Geld für die freiwilligen Dienste einzusetzen.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.11.2009, Seite 4, Inland

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