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23.08.1999
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UCK-Chef Thaci blieb fern
UNO bekam beim Kosovo-Übergangsrat wieder nicht alle an einem Tisch
Die UNO hat auch bei der zweiten Sitzung des Übergangsrates für das Kosovo nicht alle politischen bzw. militärischen Führer der Provinz an einen Tisch bekommen. Der zwölfköpfige Übergangsrat ist das höchste beratende Gremium in der Provinz, das jedoch selbst keine Entscheidungen fällen kann. An der Runde unter UN- Vorsitz in Pristina nahm am Samstag zwar erstmals der »gemäßigte« Albanerführer Ibrahim Rugova teil. Der Chef der »Kosovo-Befreiungsarmee« (UCK), Hashim Thaci, blieb der Sitzung jedoch fern, weil er angeblich technische Probleme mit dem Flugzeug hatte. Er entsandte allerdings einen Vertreter. Der UN-Verwalter für das Kosovo, der Franzose Bernard Kouchner, zeigte sich dennoch zufrieden.
Als »sehr positiv« bezeichnete UN-Verwalter Kouchner die Ergebnisse der Unterredung, ohne dieses jedoch zu konkretisieren. Er äußerte sich überzeugt, daß beim nächsten Treffen auch UCK- Führer Thaci dabei sein werde. Auch Rugova zeigte sich optimistisch und sagte, daß von nun an »alle zusammenarbeiten« werden. Die erste Sitzung des Rates Mitte Juli war von Rugovas Demokratischer Liga boykottiert worden, weil nach ihrer Meinung die UCK darin zuviel Gewicht hat. Rugova verlangte am Samstag nochmals eine Erweiterung des Rates zugunsten seiner Partei.
Der Chef der Serbischen Widerstandsbewegung, Momcilo Trajkovic, schlug angesichts der anhaltenden Vertreibung der serbischen Bevölkerung eine zeitweilige Aufteilung des Kosovo in nach Volksgruppen getrennte Gebiete vor. Langfristig sollten Serben und Kosovo-Albaner jedoch in der Provinz zusammenleben. Kouchner reagierte ablehnend auf diesen Vorschlag, will ihn aber zumindest prüfen.
Auf Wunsch der Serben in Orahovac hat die NATO unterdessen das Ultimatum für die Abgabe von deren Waffen am Sonntag verlängert. Ursprünglich sollten die Bewohner des serbischen Viertels der Stadt alle ihre Waffen bis Samstag abgeben. Sollten nach Ablauf der Frist bei angekündigten Hausdurchsuchungen noch Waffen gefunden werden, will die KFOR die Besitzer festnehmen. (AP-Foto: Waffenabgabe in Orahovac - nun können die Serben nur noch hoffen, daß die KFOR ihren Auftrag ernst nimmt)
Bei einem Überfall von Albanern auf das serbische Dorf Banje in Mittelkosovo wurden am Samstag zwei Serben schwer verletzt. Einer von ihnen starb in einem französischen Militärkrankenhaus, wie Tanjug am Sonntag berichtete. Die Bewohner von Banje verlangten ein Treffen mit den französischen KFOR-Soldaten. Sie drohten, das Kosovo geschlossen zu verlassen, falls sie künftig nicht geschützt würden.
Unterdessen übte die Führung in Belgrad heftige Kritik an der Festnahme von drei angeblichen serbischen Kriegsverbrechern am Freitag durch deutsche und niederländische Soldaten der KFOR. Mit den drei Männern seien keine Kriegsverbrecher, sondern »Opfer albanischer Terroristen« verhaftet worden«, meldete die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag.
(AFP/AP/jW)
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