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Wien stellt Bank unter Staatsaufsicht

Wien. Österreich hat die vom mutmaßlichen Milliardenbetrug des ehemaligen US-Börsenchefs Bernard Madoff betroffene Privatbank Medici unter staatliche Kontrolle gestellt. Die Finanzmarktaufsicht setzte einen Regierungsbeauftragten zum Schutz der Gläubiger ein, wie sie am Freitag in Wien mitteilte. Die beiden Bankchefs erklärten gleichzeitig ihren Rücktritt. Die Bank Medici hatte Mitte Dezember zugeben müssen, 2,1 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) in Madoff-Fonds angelegt zu haben. Laut der österreichischen Zeitung Der Standard steckte das Geldhaus tatsächlich 3,6 Milliarden Dollar in Fonds des mutmaßlichen Milliardenbetrügers. Damit wäre Medici noch vor der spanischen Großbank Santander das am schwersten vom Betrug getroffene Kreditinstitut. Madoff soll Investoren nach seiner Zeit als Chef der US-Technologiebörse Nasdaq mit einem riesigen Schneeballsystem um insgesamt 50 Milliarden Dollar gebracht haben.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.01.2009, Seite 1, Kapital & Arbeit

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