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Türkei: Gül erläßt Erbakan Reststrafe

Ankara. Der türkische Präsident Abdullah Gül hat dem ehemaligen islamistischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan den Rest seiner Strafe wegen Veruntreuung von Parteigeldern erlassen. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands stehe der 81jährige nicht länger unter Hausarrest, teilte Güls Büro am Dienstag in Ankara mit. Der frühere Regierungschef war bereits 2002 verurteilt worden, hatte die Vollstreckung des Urteils jedoch aus gesundheitlichen Gründen viermal aufschieben können.

Laut Urteil hatte Erbakans frühere islamistische Wohlfahrtspartei mit seiner Billigung Parteivermögen in Millionenhöhe beiseite geschafft. Während Erbakans einjähriger Regierungszeit, die im Juni 1997 auf Druck der Armee endete, gehörte Gül seinem Kabinett an und war einer seiner engsten Berater. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.08.2008, Seite 7, Ausland

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