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Bewährungsstrafe im Siemens-Prozeß

München. Mit einer Bewährungsstrafe für den Angeklagten und massiven Vorwürfen gegen die alte Siemens-Führung ist der erste Prozeß um den Schmiergeldskandal des Konzerns zu Ende gegangen. Das Landgericht München I verurteilte den früheren Manager Reinhard S. am Montag wegen Untreue in 49 Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe von 108000 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig. Der Vorsitzende Richter Peter Noll sagte in seiner Urteilsbegründung, es dränge sich der Verdacht auf, der gesamte frühere Zentralvorstand habe von der Schmiergeldpraxis gewußt. Daß das Gericht unter der möglichen Höchststrafe von zehn Jahren blieb, begründete Noll mit der Kronzeugenrolle des Angeklagten bei der Aufklärung des Skandals um insgesamt 1,3 Milliarden Euro Schmiergelder.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.07.2008, Seite 1, Inland

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