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Will sich Plavsic freikaufen?

Radio Pale: Warum die Präsidentin den Konflikt auslöste

Von Balkan-Press/jW

Im immer schärfer werdenden Konflikt innerhalb der Führung der bosnischen Serben beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig, mit ihren Handlungen und ihrem Verhalten in letzter Konsequenz das eigene Volk zu morden.

Biljana Plavsic bezeichnete in einem Spiegel-Interview die Verhaftung der als Kriegsverbrecher Beschuldigten durch Armee und Polizei als letztes Mittel, das Militär und die Polizei zur Verhaftung der für die Kriminalität Verantwortlichen einsetzen werde, wenn es die letzte Möglichkeit wäre, das Volk zu retten. Pale schlug nach dem Bekanntwerden dieser Äußerungen sofort zurück.

Zuerst meldete der bosnisch-serbische Fernsehsender TV Pale am 20. Juli exklusiv, ohne die Quelle genauer zu benennen, daß sich Biljana Plavsic mit noch einigen herausragenden Persönlichkeiten aus der Republika Srpska auf der geheimen Liste der Kriegsverbrecher befinde, die das Tribunal in Den Haag zusammengestellt hat. Wie TV Pale berichtet, soll diesen Personen »versprochen worden sein, daß man sie von der Verhaftung verschonen würde, wenn sie eine politische Krise in der Republika Srpska hervorrufen und sich damit loskaufen würden«.

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Nach Angaben der Quellen, auf die sich TV Pale beruft, werden Biljana Plavsic ihre Freundschaft zu Zeljko Raznjatovic Arkan und ihre Sympathien, die sie für die Tschetnik-Bewegung und die Gruppen hatte, die sich außerhalb der Kontrolle der Armee der Republika Srpska befanden, vorgeworfen.

Die Tageszeitung Vesti vom 21. Juli meldete dazu, TV Pale habe »vor kurzem berichtet, daß sich auf der geheimen Liste etwa 60 Namen befinden, daß jedoch in den jetzt vom Sender verbreiteten Informationen nur die Leute erwähnt werden, die im aktuellen Konflikt auf der Seite Biljana Plavsics stehen«. Die Zeitung erinnert ebenfalls daran, daß es sich um die gleiche Liste handelt, über die in den letzten Tagen nicht nur die serbischen Medien berichtet haben, und die die »Steinersche Liste« genannt wird. Wie das Blatt ausführt, erklärten einige Funktionäre aus Pale, Michael Steiner, bis vor kurzem Stellvertreter des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien- Herzegowina, habe seinerzeit die Führung in Pale mit der Liste vertraut gemacht und angeboten, die Liste auf 40 Namen zu kürzen, wenn dadurch ermöglichlicht werde, die restlichen auf der Liste stehenden Personen zu verhaften. Steiners Vorschlag wurde abgelehnt. Man beschuldigte ihn, die Liste nach den Wünschen und Instruktionen der bosnischen Seite angefertigt zu haben.

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.07.1997, Seite 0, Ausland

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