20.07.2010
Scheitern als Sieg
Analyse. In christlicher Tradition: In den Reden der Bundeskanzlerin Angela Merkel wird das Bild des Bundeswehrsoldaten als Märtyrer für die »freiheitlich-demokratische Grundordnung« immer deutlicher entwickelt
Von Eugen Januschke
Der Versuch, seit 1996 in Berlin ein öffentliches
Gelöbnis am 20. Juli zu etablieren, diente zunächst
vorrangig der Normalisierung der Bundeswehr als Teil der
bundesrepublikanischen Gesellschaft. Nachdem in Afghanistan immer
mehr Bundeswehrsoldaten zu Tode kommen, stellt sich die Frage, ob
das Gelöbnis die zusätzliche Aufgabe erhält, die
Inkaufnahme der Todesgefahr von Soldaten zu legitimieren. Wenn auch
noch nicht direkt so benannt, werden die in Afghanistan gestor...
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