17.11.2026: Ökologische Kapitalismuskritik ist nicht genug
Mit steuerlichen Anreizen und längeren Arbeitszeiten will die Bundesregierung dauerhaftes Wachstum ermöglichen. Staatliche Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur sollen die Wirtschaft ankurbeln. Währenddessen warnt der Expertenrat für Klimafragen, dass die Klimaschutzmaßnahmen voraussichtlich nicht ausreichen. Statt in die Energiewende, die Verkehrswende oder ökologische Technologien zu investieren, wird das Geld für Waffen und Straßen ausgegeben, und die fossilien Energieträger erleben eine staatlich durchgedrückte Renaissance.
Für eine linke Wirtschaftspolitik reicht es allerdings nicht aus, die Widersprüche und Gefahren dieser Entwicklung zu benennen. Sie muss erklären können, wie Beschäftigung und soziale Sicherheit ohne fortwährende Expansion gewährleistet werden sollen und wie das unter der derzeitigen Hegemonie rechtskonservativer Kräfte durchgesetzt werden kann.
Michael Heine und Hansjörg Herr entwickeln in ihrem Buch „Fata Morgana: Ewiges Wachstum“ (Metropolis Verlag 2026) Vorschläge für eine grundlegende Veränderung der Wirtschaft. Im Zentrum stehen die gesellschaftliche Steuerung von Investitionen, veränderte Eigentumsverhältnisse und eine gerechtere internationale Wirtschaftsordnung. Sie fragen nach den Bedingungen, unter denen eine Ökonomie ohne Wachstumszwang stabil funktionieren kann.
Nina Treu, Mitbegründerin des Konzeptwerks Neue Ökonomie, beschäftigt sich mit Degrowth und gesellschaftlichen Transformationsstrategien. Ihre Arbeit verbindet die Kritik an Wachstum und Profitstreben mit demokratischer Teilhabe, kürzeren Erwerbsarbeitszeiten und einer gerechteren Verteilung der Sorgearbeit.
Wo ergänzen sich diese Ansätze, wo bestehen Differenzen? Welche Rolle sollen Märkte und gesellschaftliche Planung spielen? Und welche politischen Schritte und gesellschaftlichen Bündnisse können einen Umbau durchsetzen, der soziale Sicherheit schafft und ökologische Grenzen einhält?
Podiumsdiskussion mit: Michael Heine (bis 2015 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und von 2006 bis 2014 deren Präsident), Hansjörg Herr (1994 bis 2017 Professor für Volkswirtschaftslehre für Supranationale Integration an der Hochschule für Wirtschaft und Recht), sowie Nina Treu, Mitbegründerin des Konzeptwerks Neue Ökonomie.
Moderation: Inga Jacobsen, Umweltwissenschaftlerin
Kosten: 2 €