20.10.2026: Plakatgestaltung aus der DDR
Plakate aus der DDR sind etwas Besonderes. Einserseits werden sie gern als »abgeschlossenes Sammelgebiet« bezeichnet, andererseits werden ihnen Stilsicherheit, vielfältige Handschriften und die Tendenz zum Handgemachten nachgesagt. Die Grafiker der DDR haben ein reiches künstlerisches Erbe hinterlassen. Thematisch sind sie breit gefächert: Für Theater und Film, Ausstellungen und Veranstaltungen, Zirkus oder Zoo wurden Blätter gestaltet. Politische Plakate existieren in großer Zahl, sowohl zu Gedenk- und Feiertagen, als auch für die Partei- und Wahlwerbung. Hinzu kommen kommerzielle Werbeplakate, soziale, gefolgt von den Sportplakaten. Obwohl die meisten von ihnen Auftragswerke waren, existieren daneben zahlreiche Beispiele, mit denen Grafiker eine eigene Meinung einbringen konnten, gedruckt in kleiner Auflage ohne Genehmigungspflicht.
Plakate aus der DDR behaupteten ihre Stellung im internationalen Vergleich. Sie konnten sowohl intellektuell, formal als auch inhaltlich denen des Westen und Ostens standhalten. Kreativität und Innovationen in Gestaltung und Bilderfindung wurden ihnen zu internationalen Wettbewerben in Brno, Lahti, Mons, Moskwa oder Warszawa immer wieder bestätigt. Vor allem zeigen sie vielfältige Gestaltendungsmittel. Sie sind traditionell, modern, avantgardistisch oder an Schulmeinungen gebunden, orientieren sich an Kunstströmungen der Vergangenheit oder wegweisenden Entwicklungen des In- und Auslandes. Die Grafiker nahmen Anregungen anderer Kunstrichtungen auf, verarbeiteten diese zu eigenständigen Handschriften.
Der Vortrag zeigt die Vielschichtigkeit der Plakate der wichtigsten Künstler anhand ausgewählter Beispiele.
Referentin: Dr. Sylke Wunderlich, Potsdam, Stiftung Plakat OST
Kosten: 2 €