PM junge Welt: Maler und Grafiker Thomas J. Richter verstorben
Thomas J. Richter ist tot. Wie junge Welt heute von der Familie erfuhr, ist der Maler und Grafiker am vergangenen Freitag, dem 17. Juli 2026, tot in seiner Wohnung aufgefunden worden.
Richter wurde am 15. Juni 1955 in Berlin geboren, bereits Vater und Großvater waren Maler. Er studierte zunächst an der Karl-Marx-Universität Leipzig, bevor er 1978 an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee wechselte, wo er bei Dieter Goltzsche und Dietrich Nosky Malerei lernte. Nach seinem Studium erhielt Richter wichtige Aufträge wie die Mitgestaltung des U-Bahnhofs Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin (1986/1987) oder die Monumentalskulptur „Schiff zur Rettung der Unschuld der Kunst“ (1988/89, mit Martin Wilke) in Berlin-Pankow. Er schuf Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen. Besonders nach 1990 widmete sich Richter in seiner künstlerischen Arbeit der Verschränkung von Erotik und Revolution.
Er war der Tageszeitung junge Welt eng verbunden, arbeitete zeitweise als künstlerischer Leiter der jW-Ladengalerie in der Berliner Torstraße und prägt mit seinen Illustrationen noch immer die Außendarstellung dieser Zeitung. Zuletzt wurde ihm im Juni 2025 eine große Einzelausstellung in der Maigalerie der jungen Welt gewidmet.