PM junge Welt: Der Gewerkschafter und frühere langjährige jW-Redakteur André Scheer ist verstorben
Der Gewerkschafter, Journalist und Kommunist André Scheer ist tot. Er verstarb am 22. Januar 2026 überraschend in Berlin, wie die dort erscheinende Tageszeitung junge Welt aus Kreisen der Familie erfuhr. Von 2009 bis 2019 war Scheer Redakteur dieser Zeitung und leitete ab 2011 bis zu seinem Ausscheiden das Ressort Außenpolitik. Scheer war zuletzt Bundesschifffahrtssekretär der Gewerkschaft Verdi.
André Scheer wurde am 30. März 1972 in Hamburg geboren und wuchs in Steilshoop in einer sehr politischen Familie auf.
Von Anfang an verfolgte Scheer die Entwicklung der Bolivarischen Revolution unter Hugo Chávez in Venezuela und arbeitete ab 2004 an der venezolanischen Botschaft in Berlin. Von dort wechselte er 2009 zur jungen Welt. Schon nach zwei Jahren übernahm er die Leitung des Ressorts Außenpolitik. Er prägte mehrere Generationen von jW-Redakteuren und -Autoren.
Nach zehn erfolgreichen Jahren zog es ihn zur Gewerkschaft Verdi, wo er zunächst im Bereich Handel tätig war und schließlich als Sekretär den Bereich maritime Wirtschaft verantwortete. Auch hier erwarb er sich großes Ansehen. Scheer verfasste fünf Bücher, darunter drei über die Präsidentschaft von Hugo Chávez und die Bolivarische Revolution sowie eines über Ernesto Che Guevara. 2023 erschien von ihm im Verlag 8. Mai mit »Klassenkampf im Äther« eine deutsche Rundfunkgeschichte.
Ein Nachruf in der jungen Welt folgt.