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21.02.2009, 23:47:25 / Feria 2009

Ecuador gleich nebenan

Von Marion Leonhardt
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Auch Gustavo setzt sich für die Freilassung der fünf in den USA gefangenen Kubaner ein

»Buenos dias, compañeros«, schallt es uns jeden Morgen, kurz bevor wir unseren Stand erreichen, entgegen. Die uns so herzlich begrüßen, sind die sechs Aktivisten von der »Feria Internacional de libros en Ecuador«. Chef des Standes ist Gustavo Garces Molineros von der Verlagsgruppe Sur Editorial. Das »Sur« (Süden) ist hier nicht nur geographisch zu verstehen, sondern auch positive Referenz auf den Integrationsprozeß in Lateinamerika. Der lateinamerikanische Kontinent als Verlagslogo ist ebenso Ausdruck der Verbundenheit damit. Wie auch die konkrete Umsetzung kultureller Zusammenarbeit - die Verlagsgruppe publiziert in zehn lateinamerikanischen Ländern.

Was treibt sie nun zum ersten Mal auf Havannas Buchmesse? »Wir wollen in Kuba unsere Arbeit zu Kuba bekanntmachen«, so die spontane Antwort von Gustavo. Das zeigt sich im Verlagsprogramm. Werke kubanischer Autoren oder Bücher über kubanische Persönlichkeiten sind hier ein Schwerpunkt. Ganz bewußt, aus Solidarität, und um die Informationsblockade in Ecuador über Kuba zu durchbrechen. Wunderbar, hier auch Menschen aus Ecuador zu treffen, mit den gleichen Anliegen wie unser Projekt. Auch konkrete Aufgaben und Ziele stehen auf der Agenda unserer Nachbarn. Zur Zeit laufen Verhandlungen mit fünfzehn kubanischen Schriftstellern, um sie zu publizieren. Networking mit kubanischen Verlagsgruppen ist ebenso angesagt.

Aber wer liest nun in Ecuador die Bücher des Verlages? Zwanzig Prozent Analphabetismus und die Armut sind keine leichte Hürde für mehr Leserschaft. Gemeinsam mit der neuen Regierung Correa haben sie eine Kampagne zur Leseförderung gestartet. Daraus soll eine kontinuierliche Bewegung entstehen. Bekannt gemacht über Massenmedien und Buchpräsentationen, die immer mit anderen kulturellen Aktivitäten verknüpft sind.

Viele Dörfer sind jetzt schon komplett alphabetisiert - dank der kubanischen Methode »Yo sí puedo«. In vielen Entwicklungsländern wird sie erfolgreich angewandt, bei 5 Millionen Analphabeten vielleicht ein guter Tipp an die deutsche Bundesregierung.

Demnächst erweitert Sur Editoria sein Programm, um Bücher in der indianischen Sprache Quetchua mit Erzählungen und Legenden. Ein Schritt zur Bewahrung kultureller Identität und für mehr gesellschaftliche Teilhabe.

Zum Abschluß unseres Gesprächs erhalten wir eine Einladung zur Buchmesse nach Guayaquil - um die Prozesse der Veränderung in seinem Land zu unterstützen und aus Achtung vor unserer Arbeit, unterstreicht Gustavo.

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