14.10.2020
Fotografie
Lächeln über den Gräbern
Es geht einem lange nach: Ein neuer Bildband mit Privatfotografien aus dem deutschen Vernichtungskrieg in der Sowjetunion
Von Reinhard Lauterbach
Fotografie war in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein Hobby für Wohlhabende. Etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung von 1939, so wird geschätzt, sollen zu Kriegsbeginn einen privaten Fotoapparat besessen haben. Das heißt umgekehrt: Wer einen hatte, der hatte mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den im Bildungsbürgertum tradierten Kanon der Bildästhetik rezipiert. Wenn er fotografierte, dann durchaus auch »schöne« Bilder – selbst des Grauens. Der ästhetische...
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