11.10.2017
Reif für die Revolte
Eine neue Biographie deutet W. I. Lenin als nietzscheanischen Willensmenschen. Doch man kann dieses Buch auch gegen den Strich lesen – und einiges lernen
Von Sebastian Carlens
Lenin ist wieder »in«. 100 Jahre nach der Oktoberrevolution, 25 Jahre nach dem Untergang der UdSSR ist es weit über linke Gruppen hinaus chic geworden, sich mit dem Namen des 1924 verstorbenen Revolutionärs zu schmücken, der mit seinem Aufstand einen völlig neuartigen, zeitweise in einem Drittel der Welt übernommenen Staatsapparat schuf. Selbstverständlich verstehen Leute wie Stephen Bannon, der ehemalige US-Präsidentenberater, etwas völlig anderes unter »Leninismu...
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