09.10.2013
Drei Jahre hungern
»Lenas Tagebuch« ist ein erschütternder Bericht vom alltäglichen Sterben im belagerten Leningrad
Von Raoul Wilsterer
Die Sechzehnjährige büffelt für das Fach Literatur, die ganze Nacht hindurch. »Ich bin um fünf Uhr früh ins Bett gegangen«, heißt es zu Beginn ihres ersten Tagebucheintrags am 22. Mai 1941. Lena wird ab nun regelmäßig von ihren Sorgen, der Sehnsucht und ihrer ersten Liebe erzählen. Alltäglichkeiten aus dem Leben einer Heranwachsenden nicht nur in Leningrad, wo sie mit ihrer Tante, die sie »Mutter Lena« nennt, und Aka, einer alten Freundin der...
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