10.10.2012
Häßlich und wahr
Sibylle Berg schafft eine Figur der zwei Geschlechter und läßt sie stellvertretend für uns durchs Leben schlingern. Von Anette Lang
Von Anette Lang
Sibylle Berg hat sich ihren Platz in der deutschen Literaturlandschaft verdient. Niemand sonst ist so nervtötend unverblümt, so gebetsmühlenartig korrekt, niemand sonst reibt uns mit mehr Genugtuung unter die Nase: Die Welt ist schlecht. Und obwohl wir, als Menschen, nicht als Leser, etwas dagegen tun könnten, ist es uns egal. Das macht die Sache noch schlimmer.
Die große Bravour liegt nun auf literarischer Ebene darin, dieselbe Botschaft immer wieder neu zu verpac...
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