12.10.2011
Zerbröselter Flaneur
Wilhelm Genazino kann es nicht lassen
Von Christoph Woldt
Genazino bleibt sich treu, er schreibt gern und oft über alternde Männer, ihre Verlorenheit, Lüste und Abwege. Seine Helden sind Sonderlinge auf der Flucht, gefangen im kruden Eingerichtetsein, geboren mit Angst und versackt im kleinbürgerlichen Sumpf. Sie sehnen sich nach dem Besonderen und genießen das fliegenhafte Kreisen oder das Kopfkino in den Niederungen des Banalen.
In seinem aktuellen Roman schickt der Frankfurter Literat einen abhängigen Architekten in de...
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