16.08.2007
Verordneter »Schwachsinn«
Psychiatrie im Nazistaat und in der BRD. Zwei Opfer leisten Widerstand
Von Thomas Wagner
Im Jahr 1928 traf die Bergarbeiterfamilie Wulf eine folgenreiche Entscheidung. Sie gab ihren 1921 geborenen Sohn Paul schweren Herzens in die Obhut des katholischen St.-Vincent-Heims in Cloppenburg. Der Grund: Vater Wulf hatte sich bei der Arbeit in der Kokerei der Zeche Ernestine die Gesundheit ruiniert und sah sich nicht mehr in der Lage, die sechsköpfige Familie zu ernähren. 1932 wurde Paul in eine sogenannte Idiotenanstalt nach Marsberg verlegt. Fünf Jahre späte...
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