25.11.2006
Kultur und Verbrechen
Erst diskutieren, dann foltern: Milos Formans neuer Film »Goyas Geister«
Von Peer Schmitt
Im Halbdunkel schieben sich die Inquisitoren die Papiere zu, als würden sie fürs abendliche Sportfernsehen professionell Poker spielen. Man befindet sich in Spanien, Ende des 18. Jahrhunderts. Poker-TV gibt’s noch nicht, Institutionen jedoch schon. Das Tischgespräch findet im Keller der altehrwürdigsten aller Institutionen statt: der katholischen Kirche, Zensurabteilung der spanischen Inquisition. Es wird nicht gespielt, die Inquisitoren geben sich der Kunstbetracht...
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