05.10.2006
Bosnien instabil
Wahlverluste für etablierte Parteien. Muslime wählten ehemaligen Kriegspremier ins Staatspräsidium
Von Jürgen Elsässer
Die letzten Wahlen unter Aufsicht der Großmächte brachten in Bosnien-Herzegowina zwar einige Überraschungen, aber im Kern nichts Neues: Muslime und Serben, die größten Volksgruppen in der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik, entschieden sich am vergangenen Sonntag mit großer Mehrheit für Politiker, die prononciert das Interesse ihrer Ethnie vertreten. Das ist nach den blutigen Jahren des Bürgerkrieges, der 1992 bis 1995 zwischen 60000 und 100000 Opfer gefordert h...
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