30.06.2006
Keine süße Damenmalerei
Frauen, die es an die Staffelei zog, galten vor 80 Jahren als krank. Die Hamburger Kunsthalle zeigt Werke von Künstlerinnen der Avantgarde zwischen 1890 und 1933
Von Patricia Wedler
Ich bin mehr Mann als Frau. (...) Ich bin nicht Mann, ich bin nicht Frau, ich bin ich«, so die Künstlerin Marianne Werefkin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Was sich nach gendermäßiger Dekonstruktion anhört, ist vielmehr einer großen Verunsicherung geschuldet: Kunst war regulär der Männerwelt vorbehalten. Sicher, in der besseren Gesellschaft schickte sich für Töchter die Beschäftigung mit Kunst, steigerte gar den Wert auf dem Heiratsmarkt, aber als Beruf? Schließlich...
Artikel-Länge: 4959 Zeichen


