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Medien

Emma macht dicht

Alice Schwarzers Zeitschrift Emma ist nicht mehr, oder wird nicht mehr sein. »Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlässt Emma die Bühne«, teilte die Publizistin am Mittwoch in Köln mit. Schwarzer ist bis heute Herausgeberin und Chefredakteurin der von ihr gegründeten Zeitschrift. Am Dienstag erscheint die vorletzte, am 8. Dezember die letzte Ausgabe. Das sechsköpfige Team wolle die Zeitschrift »in voller Kraft stehend beenden«, sagte Schwarzer der Zeit.

Nicht aus ökonomischen Gründen, nicht wegen der sinkenden Auflage werde das als »feministisch« bezeichnete Magazin eingestellt, betonte die 83jährige. »Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!« In den 50 Jahren ihrer Veröffentlichung habe Emma allen Moden widerstanden und gegen manchen »Unsinn im Namen des Feminismus« Stellung bezogen. »Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet.« Auslöser für das Ende der Zeitschrift sei aber gewesen, dass die dienstälteste Redakteurin vor drei Jahren aufhören und auf Weltreise gehen wollte, sagte Schwarzer.

Als die erste Ausgabe am 26. Januar 1977 erschien, sei der Spott groß gewesen, erinnerten sich die Macherinnen in einem gemeinsamen Text auf der Homepage der Zeitschrift, der am Mittwoch anlässlich der Einstellung veröffentlicht wurde. »Die lieben KollegInnen« hätten der Emma attestiert, höchstens bis zur zweiten Ausgabe zu überleben.

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Die Emma behandelte ein Themengemisch von Männergewalt und Kindesmissbrauch bis Islamismus, Pornographie und Brustkrebsvorsorge. »Informationen, Analysen, Anregungen und Provokationen«, hieß es in dem Text der Mitarbeiterinnen. Dabei sei das Magazin oft »gegen den Strom« geschwommen, »auch innerhalb der feministischen Community«. Auch zum Abschied verwiesen die Autorinnen nochmals auf eine von ihnen ausgemachte »gefährliche Transideologie«, nach der sich »jeder Mann qua Sprechakt zur Frau erklären« könne, schrieben sie. »Und jungen Mädchen wird bei ihrem berechtigten Unbehagen an der Frauenrolle suggeriert, sie müssten nur Hormone spritzen und sich die Brüste abnehmen lassen, dann wäre das Problem schon geregelt.«

Kurz und treffend bilanziert Schwarzer in der Zeit: »Meine Gegnerinnen waren und sind linke Feministinnen.« Entsprechend verwundert kaum ihr Fazit der Berlin-Wahl: Sollte Die Linke eine Regierung bilden, »wird das nicht nur ein Pro­blem in Sachen Antisemitismus, sondern auch eines in Sachen Proislamismus«. Und wie Schwarzer schon im Februar im Spiegel-Gespräch darlegte: Sie hat Mut zur Folgerichtigkeit. Eine Bundeskanzlerin Alice Weidel hätte »vermutlich auch den Effekt, äh, ermutigend für Frauen zu sein. Wahrscheinlich. Unter anderem. Ja«, erklärte sie. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.10.2026, Seite 10, Feuilleton

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