In Teufels Küche
Vor dem Rathaus in Esslingen am Neckar ist seit Tagen der Teufel los. Eine Teufelsfigur aus Bronze mit spitzen Zähnen, Hörnern und Pferdefuß sorgt seit ihrer Enthüllung für Debatten und Drohungen. Inzwischen sind Polizei und Staatsschutz eingebunden. Die Polizei geht nach eigenen Angaben »einer Handvoll Fälle wegen Bedrohungen gegen Leib und Leben nach«. Die Stadt spricht auch von einem konkreten Mordaufruf gegen Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD). Ausgangspunkt ist eine 2,50 Meter große Teufelsfigur – ein Geschenk einer Sektkellerei zu ihrem eigenen Jubiläum und zum 1.250jährigen Bestehen der Stadt –, die vor zwei Wochen enthüllt worden war. Inzwischen fordern mehr als 5.600 Menschen in einer Onlinepetition ihre Entfernung. Mit der Figur greift der Künstler Tim Bengel eine alte Esslinger Sage auf: Demnach wollte der Teufel auf dem Markt einen Apfel kaufen, doch eine schlaue Marktfrau verkaufte ihm statt dessen eine rote Zwiebel. Als der Teufel herzhaft hineinbiss, bemerkte er den Betrug und verfluchte die Esslinger als »Zwieblinger«. (dpa/jW)
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