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Preisträger kritisiert Bundesregierung

Frankfurt am Main. Der neue Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, der Jurist und Autor Philippe Sands, hat der deutschen Bundesregierung Schweigen zu Israels Vernichtungskrieg gegen das palästinensische Volk vorgeworfen. Bei der Verleihung des Preises am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche sagte Sands, Deutschland habe in der Vergangenheit viele Greuel angeprangert. »Doch zu Israel, zum Gazastreifen und zum Westjordanland ist das deutsche Schweigen bis heute laut.«

Sands verwies auf das Beispiel anderer Staaten. Der britische Außenminister habe Israels Politik als »ethnische Säuberung« bezeichnet. Mit Blick auf die Verbrechen des Hitlerfaschismus sagte Sands: »Deutschland kennt sich aus mit ethnischer Säuberung. Warum also das Schweigen?«

Für Kritik an Israel müsse gelten, »es ist nicht antisemitisch, es ist nicht Anti-Israel, es ist die Wahrheit«.

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Sands sprach in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und nannte dabei die »Debattenbeschränkungen« zum Vorgehen Israels »beunruhigend«.

Sands ist Experte für internationales Recht und wirkt etwa am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Intellektuelle im deutschen Kulturbetrieb. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2026, Seite 4, Inland

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