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Druckindustrie

Dritte Runde für die Drucker

Der Druck- und Medienverband soll liefern: Die Beschäftigten der Druckindustrie fordern sichere sieben Prozent mehr Lohn

Foto: ver.di
Mehr Druck, mehr Lohn: Kollegen streikten am Freitag bei der SZ-Druckerei in München

Druck machen, für den Druck, mit Nachdruck. Die Gewerkschaft Verdi geht bei den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten in der Druckindustrie an diesem Montag in die dritte Gesprächsrunde. In der vergangenen Woche hatten die Belegschaften in verschiedenen Betrieben gezeigt, dass sie dabei ein verbessertes Angebot des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) erwarten. Mit dem August war auch die Friedenspflicht zu Ende gegangen, und Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen. Es brauche »spürbare Einkommenssteigerungen für die Kolleginnen und Kollegen in den Druckbetrieben«, hatte Rachel Marquardt, Verhandlungsführerin der Gewerkschaft, das Ziel der rund 99.000 Beschäftigten bundesweit beschrieben. Mit dem letzten Angebot der Kapitalseite hatten sich Beschäftigte und Verdi vor rund zwei Wochen nicht zufrieden gezeigt.

So begann mit dem Ausstand bei CPI Clausen und Bosse im schleswig-holsteinischen Leck am Dienstag die Streikwoche. Am Mittwoch sollten die Kolleginnen und Kollegen in Regensburg bei Friedrich Pustet dem Aufruf folgen. Beschäftigte bei L. N. Schaffrath in Geldern zeigten ihre Solidarität mit einer Protestaktion, Kolleginnen und Kollegen am Druckzentrum Südwest in Villingen taten es ihnen am Donnerstag gleich. Am Freitag zeigten sich Drucker vom Druckhaus Spandau solidarisch, denn die Beschäftigten beim Verlag Nürnberger Presse sowie der SZ-Druckerei in München legten die Arbeit nieder. Auch Kolleginnen und Kollegen bei Huhtamaki in Ronsberg, Schurpack in Gallin und bei der Wertpapierdruckerei Giesecke und Devrient in Leipzig streikten für mehr Lohn.

Der BVDM habe »zwei Verhandlungsrunden Zeit gehabt, auf unsere Forderungen einzugehen«, erklärte Torsten Friedrich, Techniker in der SZ-Druckerei und Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission, in einer Mitteilung am Freitag. Trotzdem habe das zweite Angebot bisher nur »Reallohnverlust bedeuten« können. Da bis 2028 eine dynamische Inflationsentwicklung zu erwarten sei, ergebe sich »ein Reallohnverlust für die Beschäftigten in den Druckbetrieben von ca. drei Prozent«, hatte die Gewerkschaft am Freitag mitgeteilt. Bei einer Laufzeit bis Ende Juli 2028 seien lediglich Erhöhungen in zwei Schritten – um 1,6 Prozent ab Januar 2027 und noch einmal 0,9 Prozent zum Januar 2028 – vorgesehen, kritisierte Verdi. Unter dem Strich 2,5 Prozent für 24 Monate. Es sei überdies »nicht hinnehmbar, dass für 2026 überhaupt keine Erhöhung vorgesehen ist«.

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Die erste Gesprächsrunde war Anfang Juli ohne Ergebnis vertagt worden. Der BVDM hatte in diesem Verhandlungstermin kein konkretes Angebot vorgelegt, sondern die Forderung von Beschäftigten und Gewerkschaft als »keine realistische Verhandlungsbasis« zurückgewiesen. Die Druckindustrie sei »von rückläufigen Umsätzen, Insolvenzen und Wettbewerb aus dem Ausland betroffen«, klagte der Verband. Die Unternehmen würden durch die Forderung von Verdi in der aktuellen Situation »überfordert und ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter beeinträchtigt«, erklärte der BVDM seinerzeit. Ausdrücklich forderte der Unternehmerverband dabei eine »längere Laufzeit«.

»Die Kolleginnen und Kollegen haben es satt«, erklärte Verdi-Gewerkschaftssekretär Tom Talsky die Situation der Beschäftigten am Freitag: Die Bundesregierung kürze »den Sozialstaat zusammen, will die Arbeitszeit erhöhen und den Renteneintritt verschieben, gibt aber gleichzeitig Milliarden für Aufrüstung aus«. Dazu komme eine »grassierende Inflation mit Preiserhöhungen vor allem an der Zapfsäule, angetrieben durch die völkerrechtswidrigen Angriffe der USA auf den Iran«. Gleichzeitig würden die Unternehmen »noch härtere Einschnitte im Sozialen« fordern »und nur einen Reallohnverlust anbieten«, ärgerte sich Talsky. Kurzum: »Die Wut unter den Kolleginnen und Kollegen ist groß.«

Die Gewerkschaft will einen Tarif für zwölf Monate binden, fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um sieben Prozent. Die Gewerkschaft baut die Forderung auf einer in den Betrieben der Branche durchgeführten Befragung auf. Dabei hätten sich viele Kolleginnen und Kollegen »für eine entsprechende Steigerung der Löhne und Gehälter ausgesprochen«, teilte Verdi Anfang Juni mit. Das sei »mehr als gerechtfertigt«, gerade in Zeiten »in denen die Preise seit langem auf einem hohen Niveau verharren und aktuell die Inflation wieder anzieht«, hatte Verhandlungsführerin Marquardt dazu mehrfach erklärt. In Hamburg soll es an diesem Montag darum gehen, für die Beschäftigten ein gutes Ergebnis zu verhandeln. Mit Nachdruck.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.09.2026, Seite 5, Inland

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