15.06.1998
Revolutionärer Multiplikator
Das Jüdische Museum Wien würdigt mit einer umfassenden Ausstellung Egon Erwin Kisch
Von Markus Völker
Die Figur seiner wichtigsten Reportage konnte Egon Erwin Kisch beliebig und immer wieder aufs Kreuz legen. Er trug sie nämlich auf dem Rücken. Während seines k.u.k. Armeedienstes ließ sich der gebürtige Prager ein Oberst Redl-Imitat auf den Buckel ritzen, nicht ohne den skandalumwitterten Generalstabschef dazu zu verdammen, ständig sein Hinterteil anschauen zu müssen. Oberst Alfred Redl stand Kopf, wenn Kisch aufrecht ging. Der »rasende Reporter« brauchte nur seiner...
Artikel-Länge: 3415 Zeichen


