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24.04.2026, 19:04:38
- → Kapital & Arbeit
Hilfsorganisationen warnen vor Verschärfung weltweiter Hungerkrise
Rom. 266 Millionen Menschen in mehr als 40 Ländern waren offenbar 2025 von drastischer Ernährungsunsicherheit betroffen. Sogar 1,4 Millionen Menschen mussten in Teilen von Haiti, Mali, dem Gazastreifen, dem Südsudan, dem Sudan und dem Jemen unter katastrophalen Bedingungen ausharren, wie ein Bündnis von Hilfsorganisationen am Freitag in seinem Bericht zur globalen Nahrungsmittelkrise mitteilte. Zudem seien im vergangenen Jahr 35,5 Millionen Kinder akut unterernährt gewsen. Das Bündnis verwies darauf, dass 2025 sogar in zwei Gebieten – dem Gazastreifen und dem Sudan – eine Hungersnot ausgerufen wurde.
Auch 2026 dürfte die Lage dem »Global Report on Food Crises« zufolge kritisch bleiben. Grund seien unter anderem militärische Konflikte, Dürren und ein Rückgang bei der Entwicklungshilfe. In einigen der fragilsten Länder der Welt werde sich die Situation voraussichtlich weiter verschlechtern. Man beobachte keine vorübergehenden Schocks mehr, sondern dauerhafte Krisen, erklärte der Leiter des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) der Vereinten Nationen, Alvaro Lario. Seine Organisation ist an der Erstellung des Berichts beteiligt. »Die Hauptbotschaft ist, dass Ernährungsunsicherheit kein isoliertes Problem mehr ist, sondern die globale Stabilität unter Druck setzt.«
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran habe die Besorgnis noch verstärkt, sagte Lario der Nachrichtenagentur Reuters. Er warnte, dass eine anhaltende Störung des Energie- und Düngemittelhandels auf die globalen Lebensmittelmärkte übergreifen und Hungersnöte in importabhängigen, krisengeschüttelten Ländern verschärfen könnte. »Selbst wenn der Konflikt im Nahen Osten sofort enden würde, wissen wir, dass viele der Preisschocks bei Lebensmitteln und die Inflation in den nächsten sechs Monaten eintreten werden.« (Reuters/jW)
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