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Aus: Ausgabe vom 06.03.2026, Seite 10 / Feuilleton
Kulturpolitik

Weimers Sorgen

Von Peter Merg
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»Remember when you were young? / You shone like the Sun / Now there’s a look in your eyes / Like black holes in the sky« – Pink Floyd, »Shine on you crazy diamond«

Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh. Weiß jeder und jetzt auch Wolfram Weimer. Denn kaum, dass er mit der versuchten Disziplinierung der Berlinale die gesamte heimische und internationale Filmszene gegen sich aufgebracht hat, hagelt es erneut Kritik: Vom PEN Berlin bis zum Börsenverein des deutschen Buchhandels protestiert derzeit alles, was im Literaturbetrieb Rang und Namen hat, dagegen, dass der Kulturstaatsminister mögliche Träger des deutschen Buchhandlungspreises vom Verfassungsschutz überprüfen ließ.

Doch bevor er sich dem nächsten selbstgelegten Brand widmen kann, muss Weimer den ersten löschen. Nach einer Krisensitzung im Kanzleramt war am Mittwoch die Zukunft der Berlinale geklärt: Intendantin Tricia Tuttle, deren Abgang Weimer forciert hatte, bleibt. Damit es nicht ganz so sehr nach Blamage riecht, gab er der neuen alten Leitung »Empfehlungen für eine Stärkung des Festivals« mit auf den Weg. Dazu zählen die Einrichtung eines »beratenden Forums« und die Erarbeitung eines »Verhaltenskodex«. Letzterer soll für alle Kulturveranstaltungen des Bundes gelten, was verdächtig an Joe Chialos gescheiterte »Antisemitismusklausel« erinnert. Gut möglich, dass sich Weimer gerade das nächste Fettnäpfchen hinstellt.

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