Görli bleibt auf, Olympia in Hamburg gibt’s nicht
Die Initiative »NOlympia« erklärte am Freitag:
Am Donnerstag, den 26. Februar 2026, stellte der Senat auf der Elbphilharmonie-Plaza seine Werbekampagne für die Bewerbung um die Deutsche Bewerbung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 vor.
Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: »Während der Senat Hof hält, um seine generalstabsmäßig geplante ›Offensive‹ gegenüber dem Stimmvolk zu inszenieren, staunt der Plebs über ein Drohnenbarock, das den zur Audienz Geladenen geboten wird – bezahlt von eben jenem Stimmvolk, das all dies nur aus den Bildern der Berichterstattung erfährt. Dieser Auftakt zur Bewerbung zeigt im Kleinen, was im Großen zu erwarten wäre: kein Festival für alle, sondern eine Exklusivveranstaltung für die oberen zehn Prozent – finanziert von der gesamten Stadtgesellschaft. Drei Milliarden Euro hat Paris 2024 an Einmalkosten aufgerufen – das sind fünf Elbtower. Mit dieser Inszenierung macht der Senat deutlich, dass er einen ähnlichen Weg auch für Hamburg einschlagen will. Die Folge: Mittel, die dann für Bildung, Soziales, Kultur und Wohnen fehlen werden. (…)«
Das Bündnis »Revolutionäre 18-Uhr-Demo Berlin« teilte am Freitag in einer Presserklärung mit:
Der Park ist zu. Gegen den Willen von Anwohnerinnen und Anwohnern, gegen den Willen der Besucherinnen und Besucher, ja selbst gegen den Willen des Bezirks verfügt der Berliner Senat nun endgültig, dass der Görlitzer Park ab dem 1. März nachts geschlossen wird. Dies erklärte zumindest eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verkehr, Mobilität und Umwelt gegenüber dem RBB und bestätigt nur, dass sich die Clique um Kai Wegner durchgesetzt hat.
Monatelange Proteste und auch eine Klage konnten die Law-and-Order-Phantasien des Regierenden Bürgermeisters nicht verhindern. Dabei spricht so einiges gegen den Zaunbau, allen voran die Kosten. So verschlang alleine der Bau rund 1,5 Millionen Euro, wobei zusätzlich noch rund 800.000 Euro pro Jahr als Überwachungskosten dazukommen. (…) Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass die sozialen Probleme wie Drogenhandel und Obdachlosigkeit, die es im Park unbestreitbar gibt, nur in die umliegenden Straßen verlagert werden, ohne sie im Kern zu lösen. Statt dessen wird eine weitere Freifläche entkommunalisiert und speziell Jugendlichen ein Ort genommen, an dem sie sich ohne kommerziellen Druck treffen konnten.
Doch um Argumente geht es dem Berliner Senat ohnehin nicht. Dieser will ein autoritäres Signal in die Gesellschaft senden, und dabei ist der Görlitzer Park nicht zufällig ausgewählt worden. Als Ort mit Symbolcharakter für eine widerständige Kultur muss er nun als Testballon herhalten, um auch andere Freiflächen der Stadt unter Kontrolle zu bringen. (…) Insofern ist der Görlitzer Park nur ein weiteres Zeichen dafür, wie sich die Politik den Umgang mit den Herausforderungen der Neuzeit so vorstellt. Abschottung. Abgrenzung. Militarisierung. Überwachung. Gewalt. Wie im Kleinen, so im Großen.
Das wollen wir nicht unbeantwortet lassen. Aus diesem Grund wird die Route der diesjährigen Revolutionären 1.-Mai-Demo vom Oranienplatz über die Wiener Straße direkt am Görlitzer Park vorbeiführen. (…)
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