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Aus: Ausgabe vom 24.02.2026, Seite 16 / Sport
Olympische Winterspiele

Das war fällig

Zum Abschied dominiert Johannes Lochner die olympischen Bobrennen
Von Thomas Behlert
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Das Beste kommt zum Schluss: Johannes Lochner

Ich habe es gelegentlich erwähnt: Ein Leipziger Ingenieurbüro konzipierte die olympische Kunsteisbahn in Cortina d’Ampezzo. Am vergangenen Montag (16.2.) befuhren die Damen das 1.445 Meter lange Eislabyrinth im Monobob. Über drei Läufe lag Laura Nolte (BRD) vorn und verlor am Ende doch noch gegen die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor. Den dritten Platz belegten ebenfalls die USA: Kaillie Armbruster Humphries. Lisa Buckwitz fädelte sich auf den undankbaren vierten Platz ein, während Kim Kalicki im Monobob überhaupt nicht mit der Bahn zurechtkam; sie bremste sich noch vom zehnten auf den 16. Platz.

Bei den Männern stand in allen Wettbewerben wieder das Duell zwischen den Deutschen Johannes Lochner und Francesco Friedrich an. Nach vier Rekordläufen konnte Lochner gemeinsam mit Anschieber Georg Fleischhauer im Zweierbob endlich die goldene Medaille abholen. Nach zwei Silbermedaillen in Beijing und einer perfekten Saison in diesem Jahr war das wohl fällig. Der Mann aus dem Erzgebirge vergaß irgendwie anzugreifen, zollte seinem ewigen Konkurrenten aus Stuttgart aber Respekt. Er vermutete, dass dieser wohl einen Trick gefunden habe, damit sein Material besser läuft. Nach Friedrich und Alexander Schüller, die viele kleine Fehler einbauten, belegten Adam Ammour und Alexander Schaller den dritten Rang.

Bei den Frauen, die teilweise mit 131 Kilometern pro Stunde den Eiskanal hinunterbretterten, kamen im Zweierbob zwei Besatzungen aus der BRD auf den Gold- und Silberrang. Nolte und Deborah Levi fuhren in zwei von vier Läufen Bestzeit. Ihnen folgten die 31jährige Lisa Buckwitz (mit Anschieberin Neele Schuten) und die US-Amerikanerin Humphries. Platz vier belegte Kalicki, die pflichtschuldig beteuerte, alles gegeben zu haben, aber zu schlechte Fahrten ablieferte.

Am letzten Wettkampftag trafen die Bobgiganten Lochner, der ans Aufhören denkt, und Friedrich noch einmal aufeinander. Tja, auch den Wettkampf im Viererbob gewann Lochner vor Friedrich, mit den Anschiebern Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer, sowie einem Bahnrekord im ersten Lauf. Ammour verlor noch Bronze an den Schweizer Michael Vogt. Tags zuvor war es zu einigen spektakulären Stürzen gekommen. Der Österreicher Jakob Mandlbauer, der Franzose Roman Heinrich, der bereits im ersten Lauf querstand, und Axel Brown aus Trinidad und Tobago nahmen die vierte Kurve verdammt unsauber oder touchierten das Holz in Kurve neun. Bobs und Besatzung rutschten noch einige hundert Meter, kletterten aber ohne Verletzungen aus dem Sportgerät.

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