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Naher und Mittlerer Osten

USA bereiten größeren Einsatz gegen Iran vor

Militär im Golf bringt sich für wochenlange Operationen in Stellung. China unterstützt Teheran nachrichtendienstlich

Von Lars Lange
Foto: U.S. Navy/Mass Communication Specialist 1st Class Jesse Monford/Handout via REUTERS
Übung fürs Foto: Das US-Militär macht in der Arabischen See auf dicke Hose (6.2.2026)

Das US-Militär bereitet sich auf die Möglichkeit von Operationen gegen den Iran vor, die sich über mehrere Wochen erstrecken könnten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag unter Berufung auf zwei US-Offizielle. Eine solche Kampagne würde sich grundlegend von früheren US-Militärangriffen gegen die Islamische Republik unterscheiden. Die Operation »Midnight Hammer« im vergangenen Juni war eine einmalige Aktion gewesen, bei der Tarnkappenbomber von den Vereinigten Staaten aus iranische Atomanlagen bombardierten. Teheran hatte damals nur begrenzt mit einem Angriff auf einen US-Stützpunkt in Katar reagiert. Die aktuellen Planungen sind nach Darstellung der beiden Offiziellen deutlich komplexer. In einer längeren Kampagne könnte das US-Militär auch iranische Staats- und Sicherheitseinrichtungen ins Visier nehmen, nicht nur nukleare Infrastruktur.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat bereits mit umfassenden Truppenverlegungen in die Region begonnen. Das Pentagon entsendet einen zusätzlichen Flugzeugträgerverband in den Nahen Osten, der Tausende weitere Soldaten, Kampfflugzeuge, lenkwaffenbestückte Zerstörer und andere Waffensysteme in die Golfregion führt. Die bislang in der Karibik liegende »USS Gerald R. Ford« soll die bereits im Arabischen Meer vor der Küste Omans operierende »USS Abraham Lincoln« ergänzen. Die Anzahl der Flugzeugträger ist allerdings nicht zwingend ein Indikator für den Umfang möglicher Operationen. Bei den Golfkriegen 1991 und 2003 stellten Trägerflugzeuge lediglich einen vergleichsweise kleinen Anteil der gesamten Angriffseinsätze, der überwiegende Teil der Luftangriffe erfolgte von landgestützten Basen. Landgestützte Angriffsoperationen setzen allerdings Genehmigungen der Gastländer voraus, in denen die USA Stützpunkte unterhalten, darunter Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate oder die Türkei. Die Entsendung von nur zwei Trägern könnte daher darauf hindeuten, dass Washington bereits über regionale Operationsgenehmigungen verfügt – oder lediglich eine Drohkulisse aufbauen will.

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Präsident Trump hatte dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu bereits im Dezember zugesagt, israelische Luftangriffe gegen das iranische Raketenprogramm zu unterstützen, falls keine Einigung mit Teheran erzielt werde. Der Fokus liegt auf dem ballistischen Raketenprogramm Irans. Eine Erwähnung der iranischen Drohnenindustrie, die in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Element der Militärstrategie Teherans geworden ist, fehlt in den bekanntgewordenen Plänen. Trump erwägt nach Angaben der New York Times auch den Einsatz von Kommandotrupps gegen bestimmte iranische Militärziele – ein Vorgehen, das der Entführung des venezolanischen Präsidentenpaares im vergangenen Monat ähneln würde. Trump hatte bereits im vergangenen Jahr Skepsis gegenüber dem Einsatz von Bodentruppen in Iran geäußert und erklärt, diese seien das letzte, was man wolle.

China kontert: Das Land hat seine militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung für Iran in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Das chinesische Forschungsschiff »Dayang Yihao« operiert im Arabischen Meer westlich von Indien, begleitet von zwei Zerstörern und dem Aufklärungsschiff »Liaowang-1«. Chinesische Quellen veröffentlichten Satellitenbilder eines neu installierten US-amerikanischen THAAD-Raketenabwehrsystems in Jordanien. Beijing hatte zuvor auch US-Luftwaffenbasen wie Al-Udeid in Katar fotografiert und mit Standortdaten online gestellt. China lieferte zudem das »YLC-8B«-Langstreckenradar an Iran, das Tarnkappenflugzeuge wie die »F-35« erfassen kann, sowie das Luftverteidigungssystem »HQ-9B«. Iran hat vollständig auf das chinesische Satellitennavigationssystem »Beidou« umgestellt und damit seine Abhängigkeit von US-amerikanischem GPS beendet. In Venezuela übte China Zurückhaltung, im Iran jedoch steht mehr auf dem Spiel: Mit 1,4 Millionen Fass täglich importiert Beijing mehr als 80 Prozent der iranischen Ölexporte. Sollten die USA auch diese Lieferungen unterbinden, könnte eine rote Linie überschritten sein. An diesem Dienstag sollen zunächst US-Vertreter mit der iranischen Seite zu erneuten Verhandlungen unter Vermittlung Omans in Genf zusammenkommen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.02.2026, Seite 7, Ausland

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