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Aus: Ausgabe vom 10.02.2026, Seite 8 / Kapital & Arbeit
Arbeitsfreie Tage

Slowenische Linke fordert Feiertagsausgleich

An der Regierung beteiligte Levica schlägt Reform des Feiertagsgesetzes vor. Kurz vor den Wahlen
Von Slavko Stilinović
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Vorstoß für gleichbleibende Anzahl an freien Tagen im Jahr: Kundgebung mit Luka Mesec von Levica

Während Kapitalvertreter in Deutschland immer wieder die Streichung von Feiertagen auf die Agenda setzen und Ostern, Weihnachten oder Pfingsten gern um einen Tag verkürzt sähen, wird in Slowenien dieser Tage das Gegenteil diskutiert.

Kurz vor den Parlamentswahlen im März hat die slowenische Linkspartei Levica einen Reformvorschlag zur Änderung des Feiertagsgesetzes in die Nationalversammlung eingebracht, der eine gleichbleibende Anzahl an freien Tagen im Jahr vorschlägt. In der Praxis würde das bedeuten, dass ein Feiertag, der auf einen Sonnabend oder Sonntag fällt, auf den nächsten Werktag verlegt werden würde. Die Zahl der arbeitsfreien Tage in Folge eines gesetzlichen Feiertags würde gleichbleiben. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits in Luxemburg, Belgien, Irland, Polen und Spanien.

In diesem Jahr fiel der slowenische Kulturfeiertag beispielsweise am 8. Februar, der – weil er dem Dichter France Prešeren gewidmet ist – auch »Prešeren-Tag« genannt wird, auf einen Sonntag. Und so wird es in diesem Jahr gleich mehrmals sein. Nach Einschätzung von Levica, die als kleinste Partei an der Regierung von Liberalen und Sozialdemokraten beteiligt ist, würde durch die Reform des Feiertagsgesetzes die Planungssicherheit bei den Arbeitskosten erhöht werden, und für die Menschen würde es mehr Gerechtigkeit, mehr Vorhersehbarkeit und mehr Erholung bedeuten. Der Erstunterzeichner des Gesetzesänderungsvorschlags zum Feiertagsgesetz, der Levica-Abgeordnete Milan Jakopovič, betonte bei der Vorstellung des Vorschlags am Freitag, dass ein freier Tag nicht einfach verlorengehen dürfe. »Die Menschen müssen jedes Jahr gleich viel Zeit für Erholung haben.«

Das slowenische Feiertagsgesetz sieht insgesamt 14 staatliche Feiertage vor, von denen neun arbeitsfrei sind. Hinzu kommen sechs zusätzliche arbeitsfreie Tage, die keine staatlichen Feiertage sind. Während im vergangenen Jahr noch zehn arbeitsfreie Tage nicht auf einen Sonnabend oder Sonntag fielen, sind es dieses Jahr nur sieben.

Falls das Gesetz so angenommen wird, könnte es am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Der Feiertag am 2. Januar (Sonnabend) würde damit sogleich auf den 4. Januar (Montag) fallen. Ob es angenommen wird, ist jedoch mehr als fraglich. Die größte Parlamentsfraktion, die sozialliberale »Freiheitsbewegung« GS (und Schwesterpartei der FDP), hat den Vorschlag noch nicht geprüft, wie die slowenische Presseagentur STA berichtete. »Ich bin mir aber bewusst, in welcher Phase wir uns jetzt befinden«, erklärte die Fraktionsvorsitzende Nataša Avšič Bogovič demnach im Parlament. Sie erinnerte daran, dass sich noch ein weiterer Vorschlag im parlamentarischen Verfahren befindet, und bezweifelt, dass beide bis zum Ende der Mandatszeit durch das Parlament gebracht werden könnten. Am 22. März wird in Slowenien ein neues Parlament gewählt. Zum Inhalt des Vorschlags selbst äußerte sich Avšič Bogovič – vermutlich sogar deshalb – nicht.

So bleibt die Situation in Slowenien zunächst wie hierzulande: So werden Beschäftigte in der BRD 2026 im Schnitt 2,4 Arbeitstage mehr leisten müssen als 2025, weil Feiertage auf das Wochenende fallen.

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