Bezos vs. Musk
Von Marc Püschel
Das Raumfahrtunternehmen Blue Origin des US-Milliardärs Jeff Bezos hat am vergangenen Freitag überraschend angekündigt, sein Weltraumprogramm für Touristen vorübergehend einzustellen. Die Flüge ins All sollen zunächst für zwei Jahre ausgesetzt werden. Der Schritt ist Teil eines allgemeinen Strategiewechsels: Statt des Tourismusprogramms will Blue Origin sich auf die Arbeiten für bemannte Mondmissionen konzentrieren. Zuvor hatte das Unternehmen allerdings noch ein anderes Projekt angekündigt, das Priorität genießen dürfte.
Am 21. Januar hatte Blue Origin bekanntgegeben, ein aus 5.400 Satelliten bestehendes Kommunikationsnetzwerk im All aufbauen zu wollen. Laut Reuters sollen damit Regierungen und Unternehmen mit Internet versorgt werden – maximal aber 100.000 Kunden. Damit tritt Bezos in direkte Konkurrenz zu Elon Musk, der mit seinem »Starlink«-Netzwerk mit rund 10.000 Satelliten weltweit Datenverbindungen zur Verfügung stellen kann und auf diesem Gebiet bislang nahezu konkurrenzlos ist. Die ersten Satelliten des Netzwerks mit dem Namen Terawave sollen Ende 2027 in den Weltraum starten. Blue Origin verspricht Datenübertragungsraten von bis zu sechs Terabit pro Sekunde.
Besonders durch den steigenden Bedarf an Rechenkapazitäten für KI-Anwendungen steigt das Interesse, diese in den Weltraum auszulagern, wo aufgrund der Temperaturen von minus 270 Grad Celsius kein Strom für die Kühlung von Rechnern aufgewandt werden muss.
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vom 03.02.2026